05.12.2008 - Tagebuch-Eintrag 01 - Jürgen schreibt

Es ist Freitag, 19.15 Uhr, ich bin bin wieder mal zu spät zur Probe da. Unser Holzofen ist schon an und die märkische Kiefer soll für eine wohlige Wärme im Raum sorgen. Wir haben sagenhafte 12 Grad Celsius im Proberaum und die Hoffnung auf mehr. Die Finger sind kalt, doch angeheizt von den Fortschritten der letzten Wochen geht es los. Langsam wird es wärmer und ein ein frischer musikalischer Wind weht durch den Proberaum.

Ich habe keine Ahnung woran es liegt, doch alle sind motivierter, kreativer und die Songs flutschen, trotz des harten Zeitplans, frei von Zwängen und Pflichten nur so heraus. Es wird arrangiert und gefummelt und auch im richtigen Moment aufgehört zu fummeln und arrangieren, um mit voller Freude festzustellen, dass man jetzt einen neuen Song hat. In vollem Arbeitswahn haben wir vergessen Holz nachzulegen. Scheiße. Marcel der alte Forstarbeiter versucht von ein paar Holzscheiten mit so`nem kleinem Beil einen Span abzuhacken, um das Feuer wieder ordentlich anzubekommen. Das gibt mir Gelegenheit Eine zu rauchen und mich in meiner Ecke ein wenig schiefzulachen, wie "der" Holz hackt. Ich seh` Leuten gern bei der Arbeit zu. Da bekanntlich viele Wege nach Rom führen, sollte das Ofendingsproblem schnell behoben sein.

Die Euphorie treibt uns voran und das Gefühl, wir seien nicht zu stoppen, zahlt sich in Songs aus, in denen man sich wieder findet und man sagen kann: "das sind wir".
Es ist 23 Uhr irgendwas und wir beenden die Probe wehmütig aus Lärmschutzgründen. Ich räume meinen Kram auf und ohne das Gefühl eine Sekunde verschenkt zu haben, begebe ich mich auf den Heimweg. Die lange Pause der Band war ein erholsamer Urlaub und der vermeintliche Schritt zurück entpuppte sich als zwei Schritte in die richtige Richtung. Ich denke, "coole Scheiße alles richtig gemacht, denn was sich richtig anfühlt, is´ auch richtig".

der jürgen

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