Die Preußen kommen! - Das geheime Konzert in Sachsen!

ein Bericht von Thomas Nehrkorn

Völlig überraschend bot sich unseren 4 Helden die Möglichkeit, in den südöstlichen Zipfel unseres Landes zu fahren um den Sachsen das Rocken beizubringen. Durch das Label ( Tonanbaurecords) wurde ein zirka einstündiger Gig in der schönen Stadt an der polnischen Grenze, in Görlitz vermittelt. Und damit der Tag auch gut beginnt, haben wir uns auf Radio Eins "Strawberry Field" anhören dürfen. Sie sind also wieder in der Tagesrotation! Na jedenfalls hatten wir so die Möglichkeit noch "einen letzten Gig" mit Christian zu erleben und alle haben wir es genossen. Die über dreieinhalbstündige Fahrt gestaltete sich dann doch als ziemlich nervend und als noch die Bremsen nach einer Vollbremsung anfingen zu qualmen und zu stinken, war bei mir als verantwortungsbewusster Fahrer erst mal der Enthusiasmus ziemlich gedämpft und ich fuhr ohne ein einziges Mal mit dem Pedal zu bremsen die "restlichen" 200 Kilometer. Jürgen konnte es sich nicht verkneifen, an so einem bescheuerten Plüschtierautomaten mit dem Greifer einen wunderschönen Elefanten zu angeln- dieser schmückt jetzt den Bus und animiert Passanten zum Kopfschütteln...

Jedenfalls sind wir gegen 18:00 am Ort des Geschehens eingetroffen und mussten als erstes feststellen, dass der gemeine Sachse ein durchaus freundlicher Mitbürger ist, der um die Wünsche durstiger Musiker weiß. Sofort wurde man um ein Interview mit dem dort ansässigen Radiosender SAEK gebeten, dies nahm man dankend an und hatte Dank Christian auch ordentlich Spaß an der Sache. Wir werden demnächst einen Mitschnitt hier präsentieren. Der Veranstaltungsort hatte alles, was das Herz begehrt: Eine Lichtanlage, die ihresgleichen sucht und PA - Equipment vom feinsten. Das aufgefahrene Material macht es den Technikern, die sich rührend um die Bands kümmerten auch einfacher, mit der widrigen Akustik des Saals fertig zu werden. Die andere Band hatte offensichtlich einen Werkvertrag mit ENGL und auf der Bühne standen zwei ausgewachsene Träume eines jeden Gitarristen. Und der Bassturm verschlug Jürgen die Sprache! Mit leuchtenden Augen stand er davor und drehte hier noch ein wenig und da auch noch...

So hat dann die andere Band (verzeiht, dass ich den Namen vergaß!) das Set mit ziemlich heavy Heavy Metal begonnen. Sie haben die mittlerweile 400 Gäste ordentlich angeheizt und so den Weg geebnet für das dynamische Quartett. Kurz vor zwölf betraten sie die Bretter, die die Welt bedeuten sollen und haben das Publikums anfangs zum Mitwackeln angeregt und es bis zur Ekstase auf den fetten Bassboxen getrieben. Die Security hatte ordentlich zu tun, bis alle frenetischen Sachsen wieder von den Boxen geholt wurden. Der Band schlug eine förmliche Welle der Begeisterung voll ins Gesicht und eins sei hiermit versprochen: Sie kommen wieder- bald; mit neuem Gitarristen und vielleicht ist es ja schon in wenigen Wochen so weit... Um 1:00 Uhr sind wir dann mit der letzten Zugabe belohnt wurden und flugs verließen wir alle glücklich und traurig zugleich das Städtchen an der polnischen Grenze. So gegen fünf Uhr in der Frühe hatte uns das Brandenburger Land und unser Bettchen wieder...
Gute Nacht!