Bericht über ein musikalisch ausgefülltes Wochenende im Wonnemonat Mai

07. Mai 2004 - Empire und Blind Man's View in der Stadt an der Havel

Das brandenburgische Alibi sollte am Freitag unser Ziel sein. Nach pünktlichem Eintreffen dank Thomas Nehrkorn am Steuer des grünen T4-Busses, und einer kurzen Stellprobe des Schlagzeugers stand dem Aufbau der mitgebrachten Gerätschaften und dem darauf folgenden Soundcheck nichts mehr im Weg. Diesen absolvierte man gemeinsam mit dem hauseigenen Techniker des Alibi's. Hauseigen waren auch die länglichen, gekochten Teigwaren, versehen mit einer traumhaft duftenden Tomatensoße. Diese wohlschmeckende Kreation löste bei den bereits stark abgemagerten Musikern helle Begeisterung aus. Einfach lecker. Wie auch schon in Luckenwalde bewährt, kümmerten sich Anne und Julia im Eingangsbereich um das eintreffende Publikum und versorgten die herbeiströmenden Menschen mit Eintrittskarten, Cd's und Plakaten.



Langsam aber stetig füllte sich das Alibi - und Empire betraten die Bühne. Nach unglaublichen 1 ¾ Stunden Robbie-Williams-Tribut konnte das angereiste Publikum eine beinahe rekordverdächtig kurze Umbaupause beobachten und zugleich auch etwas näher an die Bühne treten. Ein Konzert mit einem grandiosen Publikum nahm seinen Lauf. Wobei hier die Betonung auf "mit" liegen soll. Denn den besonderen Wunsch zweier junger Potsdamerinnen zu erfüllen, lag uns an jenem Abend am Herzen. "Bubbles" zusammen mit Marcel zu singen war das größte Begehren von Kirstin und Juliane. So waren wir bei besagtem Song zu sechst auf der Bühne. Eine Art Vorführeffekt stellte sich zeitgleich bei der mitgebrachten "Bubbles-Maschine" von Marcel ein. Am Nachmittag zur Generalprobe noch voll einsatzbereit, ließen sich dem Gerät dann am Abend nur noch ein paar kleinere Seifenblasen entlocken.



Das sollte der Stimmung aber keinen Abbruch tun und nur ein paar Titel später konnte ein weiterer Gast zu einer kleinen Darbietung auf der Bühne begrüßt werden. Kein geringerer als Dirty Mac`s Martin Weigel vollführte mit Marcel like a Rolling Stone den "Jumpin' Jack Flash". Nach einem schweißtreibenden Konzert, zwei Zugaben und viel Spass mit dem Publikum konnten wir der wohlverdienten Nachtruhe entgegen sehen. Diese sollte auch sehr von Nöten sein, denn am Samstag verschlug es uns nach Thüringen ...

08. Mai 2004 - Erfurt - Stadt der Puffbohnen

Mit noch ziemlich kleinen, halb zugekniffenen Augen und völlig verschreckt vom grellen Tageslicht begrüßte man sich pünktlich um 15 Uhr vor dem Probenraum. Heute mussten wir leider ohne Thomas Nehrkorn auf Reise gehen. Doch zur Freude aller stand der VW-Bus bereit, uns mit leichtem Reisegepäck gemütlich ans Ziel zu bringen. Wir begaben uns auf die Fahrt zum vorerst letzten Auftritt gemeinsam mit den so lieb gewonnen Musikern von Keimzeit.

Mit viel Geschick und jahrelanger Erfahrung im Verkehr steuerte Jürgen das schon so vertraut gewordene, grüne Gefährt über den Asphalt nach Erfurt. Überpunktlich und nach genau 259 Kilometern vorbei an herrlicher Landschaft und idyllischen Dörfern trafen wir am Gewerkschaftshaus ein. Dort waren die technischen Vorbereitungen noch in vollem Gange und man konnte die Zeit nutzen, die Örtlichkeiten zu erkunden. So wurden nach kurzer Begrüssung der bereits anwesenden Keimzeit-Band und Techniker zunächst eine grosse Kaffekanne und belegte Brötchen entdeckt. Einige Minuten später konnte auch das gut versteckte Bier lokalisiert werden. Nach gewohnt routiniertem Aufbau samt Soundcheck nutzte man die Zeit bis zum Beginn der Veranstaltung, die aktuellen politischen Geschehnisse zu diskutieren. Am selben Tisch wurde zeitgleich auch über die weniger bekannten Olympischen Disziplinen sinniert ... ein Blick auf die Uhr - noch 10 Minuten ... dann sollten Blind Man's View in Erfurt vorstellig werden.

Diese Stadt ist ja seit Jahrhunderten eine Stadt des Gartenbaus und besonders stolz auf die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte "Erfurter Puffbohne". Eine besonders große und nahrhafte Bohnenart, wie meine Recherchen ergaben. Klingt komisch - ist aber so. Nun schnell noch die Instrumente gestimmt und man konnte den Abend offiziell einläuten. Wie sich zeigte, sind die Erfurter sehr tolerante Menschen und offen für alles Neue, das da kommen mag. So konnten wir das Publikum für kurze Zeit von ihren Puffbohnen losreißen und ihnen unter anderem auch unser Erdbeerfeld näher bringen. Mit Erfolg. Ein fleißig im Takt mitwippendes Publikum und dessen strahlenden Gesichter sind schließlich der schönste Lohn. Und so konnten wir dann auch mit einem guten Gefühl die Bühne für die Hauptakteure des Abends frei machen.

`On the road again´ und auf dem Heimweg, beschlich den ein oder anderen Insassen schon wieder dieses merkwürdige Gefühl - wie sollte es anders sein - es war Hunger. Rockmusik macht eben nicht nur durstig. Der Autohof Zorbau sah für uns sehr einladend aus - also Blinker setzen, markant rechts abbiegen und alle raus zum Essen fassen. Unmittelbar nach dem Betreten der Verkaufsräumlichkeiten erkannte man an der Begrüssung seitens des Personals: wir sind hier noch nicht im heimatlichen Bundesland. Freundlich wurden wir von der netten Dame hinter der Verkaufstheke darauf hingewiesen, in Sachsen-Anhalt zum Stehen gekommen zu sein. Nach kurzen, beiderseitigen Frotzeleien über den jeweiligen Dialekt des Gegenübers, verständigte man sich darauf, die klassische Kombination Bockwurst-Brötchen-Senf käuflich zu erwerben. Ein kleiner Salat mit frischem Dressing rundete die ganze Sache ab und man konnte auch mal wieder behaupten, etwas Gesundes gegessen zu haben. Auf zur letzten Etappe, nun wird durchgefahren. Man wollte schließlich noch vor dem ersten Sonnenstrahl im kuscheligen Bettchen liegen ... und es sollte uns gelingen ...