Studiotagebuch-Eintrag 03

(Jürgen schreibt)

Mittwoch, der 11.11.04
Hallo liebes Tagebuch!

Letzte Nacht habe ich mal ausgeschlafen, hatte gestern einen "Off-Day". Heute nach der Arbeit fuhr ich in Windeseile nach Treuenbrietzen. Thomas G. war nicht da, ist glaube krank. Arme Sau. Erst mal eine Tasse Kaffee und eine Zigarette. "Wir haben geile Ideen für den Song." Hatte den Mund noch voll Kaffee und konnte nicht gleich antworten. War aber egal, denn nachdem ich den Kaffee runtergeschluckt hatte, war meine Antwort nicht mehr als "...mh, mh...!"

Erst mal hören, was heute schon so aufgenommen wurde. Band läuft - langsam entspannte sich mein noch vom Arbeitstag besorgtes Gesicht. Geil wie Sau! Langsam wurde Entspannung zur Freude. Saugeil! Aber irgendwie fehlte noch was. Jürgen B.: "Na der Bass!" "Achja.", bin ja eben erst gekommen. Erst mal Gitarren fertig spielen.

Spiel - Spiel - Aufnehm - Aufnehm - Anhör - Anhör. Oh, schon wieder zwei Stunden rum. Wir entschlossen uns mal ein Päuschen zu machen.

Jürgen B. hat heut gute Laune. Bei einem Kaffee erzählte er euphorisch über Beavis & Butthead, Käptn Blaubär und Raumschiff Enterprise. Nicht nur seine gestenreiche Art zu erzählen, sondern auch die Tatsache, dass er Kopfhörer dabei trug, brachte uns fast in´s Nirvana des Lachens. Ich werde wohl morgen noch Bauchschmerzen haben.

Nach 287 Liter Kaffee, 5003 Zigaretten und 1 bis 2 Lachkrämpfen ging es weiter. Nach einer weiteren Stunde mussten wir wieder einmal feststellen, dass Studioarbeit auch das Wort "Arbeit" enthält. Spätestens als Marcel auf einem Stuhl stand und Huhnähnlich gackerte, Thomas nur noch an die Decke starrte, ich mit meiner Erkältung beschäftigt war und Jürgen B. mit irgend jemanden redete (wir waren nur 4 heute im Studio), kam die Erkenntnis - wir drehen durch!

Noch eine Erkenntnis kam mir: Verrückte haben bessere Ideen. Cool - alles schien schön zu werden. Thomas spielte wieder Gitarren ein. Probleme, alles scheiße, nichts klappte, Kacke. Verrückte haben zwar coole Ideen, können aber nichts umsetzen. Nach stundenlangem Rumgewurschtel hat´s dann doch geklappt. Klapp - Klapp - der Klapperstrauß. Langsam fielen mir die Augen zu. Ich wurde müde. Wir entschieden uns Feierabend zu machen. Noch eine Zigarette und den kalten Kaffee, der noch in der Kanne war.

Es ist jetzt 0.30 Uhr. Zeit nach Hause zu fahren. Wünsche allen eine Gute Nacht.
Euer Jürgen.